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Der Apostroph

25.01.26 | Rechtschreibung

Beim Apostroph kannst du eine Menge verkehrt machen. Das fängt beim Artikel an: Es ist der Apostroph, nicht das, wie man es oft hört oder liest.

Er wird falsch verwendet bei Auslassungen und im Genitiv, es wird oft das falsche Zeichen verwendet, und dann gibt es noch den berühmten Deppen-Apostroph.

Wann der Apostroph korrekt ist

1. Auslassungen

Der Apostroph zeigt an, dass Buchstaben ausgelassen wurden.

Beispiele:

Wie geht’s? (für: geht es)

Haste ’n bisschen Zeit? (für: ein)

Ich hab’s eilig! (für: habe es)

Hier ist er richtig und notwendig.

Bei gängigen Formulierungen wird dagegen der Apostroph weggelassen. Hierzu gehören zum Beispiel: unterm, vorm, aufs, ins etc. Hier entscheidet ein wenig das Bauchgefühl; wichtig ist, dass der Leser versteht, was gemeint ist.

2. Genitiv bei Namen auf s-Laut

Endet ein Eigenname auf s, ss, ß, x oder z, ersetzt der Apostroph das fehlende Genitiv-s.

Beispiele:

Andreas’ Fahrrad

Felix’ Buch

Franz’ Rede

Ohne Apostroph wäre der Genitiv nicht erkennbar. Beim eigentlichen Genitiv-s steht dagegen natürlich keiner: Marias Fahrrad, Stefans Buch, Karls Rede.

3. Ableitungen aus Eigennamen mit -sch

 Beim Marx’schen Kapital oder dem Freud’schen Versprecher kann der Apostroph ebenso gesetzt werden, er ist aber kein Muss.

4. In festen Fügungen

Der Apostroph ist in einigen historisch gewachsenen Wendungen üblich.

Beispiele:

heut’ Abend

Rock ’n’ Roll

Wann der Apostroph falsch ist

Es gibt zwei häufige Fehlerquellen. Da wäre zum einen der Apostroph bei normalen Genitiven. Zwar erlaubt der Duden inzwischen den sogenannten „Deppen-Apostroph“ „gelegentlich zur Verdeutlichung der Grundform eines Personennamens“. Heike’s Blumenladen wäre also OK (auch wenn ich dabei ein starkes Magengrummeln verspüre). Nicht OK ist aber weiterhin Herrn Schumann’s Blog oder Willi’s Wohnung.

Zum anderen wird der Apostroph häufig fälschlicherweise bei Pluralformen gesetzt: Auch sie müssen auf ihn verzichten. Vor allem bei Abkürzungen bzw. Kurzwörtern läuft er einem immer wieder über den Weg. Richtig ist: CDs, PCs, Lkws.

Falsch:

Kai’s Fahrrad

CD’s, Auto’s, Handy’s

Richtig:

Kais Fahrrad

CDs, Autos, Handys

Faustregel: Kein Apostroph bei Genitiv oder Plural – außer bei s-Lauten am Wortende.

Typografie: Es kann nur einen Apostroph geben

Typografisch korrekt ist das sogenannte Hochkomma. Damit du es gleich erkennst: Es sieht aus wie eine kleine Neun.

Nicht korrekt (aber oft verwendet):

das einfache Kodierungszeichen: '
das schließende einfache Anführungszeichen: ‘
der Akut: ´
der Gravis-Akzent: `

In professionellen Texten sollte immer der typografisch korrekte Apostroph verwendet werden. Textverarbeitungen wie Word setzen ihn meist automatisch – sofern die Autokorrektur aktiv ist.

Auf dem Mac findest du ihn hier: Wahl + Umschalt + #

Bei Windows hier: Alt + 0146

Grauzonen

Werbung nutzt Apostrophe oft bewusst falsch („Pizza’s to go“), um Aufmerksamkeit zu erzeugen. Sprachlich korrekt ist das nicht.

Dialekt und literarische Texte dürfen Apostrophe großzügiger einsetzen; hier zählt der Stil, nicht die Norm.

Kurz gemerkt

Apostroph = Auslassung oder Ersatz eines Genitiv-s bei s-Lauten

Nie bei normalen Genitiven oder Pluralen

Typografisch immer die kleine Neun ’

Auch hier wieder gilt: Wer seine Apostrophe sorgfältig setzt, zeigt Professionalität!

Mehr zum Thema Typografie findest du übrigens in diesem Beitrag!

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Über den Autor

Ich bin Ulf Schumann, freiberuflicher Lektor und Schlussredakteur aus Berlin, und unterstütze Unternehmen, Stiftungen und Selbstständige dabei, Texte klar, verständlich und professionell zu veröffentlichen – online wie im Print.

Ich arbeite an Blogartikeln, Websites, Berichten und Publikationen, bei denen es nicht nur auf korrekte Rechtschreibung, sondern auf Struktur, Tonalität und Lesbarkeit ankommt. Mein Fokus: Texte, die ernst genommen werden und ihre Zielgruppe erreichen.

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