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Komma vor „dass“: Muss das immer sein?

09.09.24 | Kommasetzung

Viele von uns haben die Regel verinnerlicht, dass vor „dass“ mit Doppel-s immer ein Komma stehen muss, ähnlich wie bei Aufzählungen. Aber stimmt das wirklich? Die Antwort ist: Nein, nicht immer! Es gibt tatsächlich Formulierungen, in denen kein Komma vor „dass“ gesetzt wird. Aber warum ist das so, und wann? Das erfährst du in den folgenden Zeilen.

Wann muss ein Komma vor „dass“ stehen?

Grundsätzlich gilt: Wenn „dass“ einen Nebensatz einleitet, gehört ein Komma davor – so wie du es gelernt hast. Der Nebensatz wird damit vom Hauptsatz abgetrennt. Schauen wir uns das einmal genauer an.

Beispiele:

Ich hoffe, dass du morgen kommst.

Es ist wichtig, dass alle pünktlich erscheinen.

Hier siehst du, dass das „dass“ einen Nebensatz einleitet, der den Hauptsatz ergänzt oder erklärt. Das Komma trennt also den Hauptsatz vom Nebensatz – eine ganz einfache Regel.

Aber wann ist das Komma überflüssig?

Es gibt jedoch Fälle, in denen du vor „dass“ kein Komma setzen musst. Das ist zum einen der Fall, wenn „dass“ nicht alleine steht, sondern Teil einer mehrteiligen Nebensatzeinleitung ist.

Wir gehen nach Hause, statt dass wir ins Kino gehen.

Hier wird der Nebensatz von „statt dass“ eingeleitet – eben der mehrteiligen Nebensatzeinleitung. Daher steht unmittelbar vor „dass“ kein Komma.

Weitere Beispiele:

Er wollte das Gleiche tun, nur dass er es auf seine eigene Art machte.

Susi ist viel zu sauer, als dass sie etwas sagen könnte.

Manchmal kann bei mehrteiligen Nebensatzeinleitungen ein optionales Komma gesetzt werden. Es muss aber eben nicht. Hier zwei Beispiele:

Wir gehen in den Zoo, vorausgesetzt(,) dass schönes Wetter ist.

Von einem hatte ich noch nie gehört, nämlich(,) dass Pinguine in Peru leben.

Und dann gibt es noch den Fall, wenn ein Nebensatz mit dass eingeleitet wird und eine gleichrangige Aufzählung folgt, in der „und“ oder „oder“ vor einem folgenden „dass“ steht. Also konkret:

Ich glaube nicht, dass wir den Zoo besuchen oder dass wir ins Kino gehen.

Es war so schön, dass die Sonne lachte und dass die Wälder rauschten.

Fazit

Also, wie lautet die Faustregel? Setze ein Komma vor „dass“, wenn es einen Nebensatz einleitet. Aber lass das Komma weg, wenn „dass“ Teil einer mehrteiligen Einleitung ist. Kurz gesagt: Vertraue deinem Sprachgefühl und lies den Satz noch einmal laut – oft hilft das!

Unsicher bei anderen Kommaregeln? Es gibt in meinem Blog viele weitere Artikel zum Thema Komma. Oder schreib deine Fragen ganz einfach in die Kommentare, und ich helfe dir gerne weiter!

Der Autor

Ulf Schumann

ist seit 2014 selbstständiger Lektor mit Sitz in Berlin. Er arbeitet für renommierte Agenturen, Verlage und Privatpersonen – mit einem klaren Ziel: Texte besser machen. Ob Manuskript, Magazin oder Website – er gibt Sprache den letzten Feinschliff, bis Stil, Ton und Rhythmus stimmen.

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