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Stolperfalle Partizip-Konstruktionen

16.07.24 | Schreibtipps

Wenn du dich für Sprache interessierst, bist du sicher schon mal über Partizip-Konstruktionen gestolpert. Diese speziellen Formulierungen, die als Adjektive verwendet werden, sollen oft fachlich und präzise wirken. Aber seien wir ehrlich: Meistens klingen sie bürokratisch, umständlich und enthalten oft unnötige Informationen.

Was sind eigentlich Partizip-Konstruktionen? Einfach gesagt, bestehen sie aus einem Partizip I (Präsens) oder Partizip II (Perfekt), das wie ein Adjektiv verwendet wird. Beispiele gefällig? „Die eingereichte Beschwerde“, „die laufenden Projekte“ oder „die reparierte Maschine“. Sicher, diese Formulierungen haben ihren Platz, aber wenn sie zu oft benutzt werden, verwandeln sie Texte in schwer verständlichen Bürokratensprech.

Warum Partizip-Konstruktionen problematisch sind

Warum ist das so problematisch? Erstens: Der bürokratische Klang. Partizip-Konstruktionen verleihen dem Text einen formellen, distanzierten Ton. Ein Satz wie „Die antragstellende Person hat die erforderlichen Unterlagen eingereicht“ klingt zwar korrekt, aber auch steif und unpersönlich. Einfache Alternative: „Der Antragsteller hat die erforderlichen Unterlagen eingereicht.“ Schon besser, oder?

Zweitens: Unnötige Informationen. Oft beinhalten Partizip-Konstruktionen Details, die der Text gar nicht braucht. Beispiel: „Die genehmigten Anträge“. Wenn es keine anderen Anträge gibt, reicht „die Anträge“ völlig aus. Die überflüssigen Informationen blähen den Text nur auf.

Drittens: Lesbarkeit. Partizip-Konstruktionen können Sätze unnötig kompliziert machen. „Die zur Prüfung eingereichten Unterlagen werden derzeit bearbeitet“ könnte man leichter verständlich schreiben: „Die Unterlagen, die zur Prüfung eingereicht wurden, werden derzeit bearbeitet.“ Der zweite Satz ist klarer und liest sich flüssiger.

Partizip-Konstruktionen gezielt einsetzen

Natürlich gibt es Situationen, in denen Partizip-Konstruktionen sinnvoll und präzise sind. Aber sie sollten gezielt und sparsam eingesetzt werden. Eine übermäßige Verwendung macht den Text schwerfällig und anstrengend zu lesen. Als Sprachbegeisterte sollten wir uns bewusst sein, dass es oft elegantere Alternativen gibt.

Ein paar Tipps für einen eleganteren Stil: Suche nach einfacheren, direkteren Formulierungen. Statt „die durchgeführte Analyse“ einfach „die Analyse“. Anstelle von „die bestehenden Probleme“ reicht „die Probleme“. Solche Vereinfachungen machen Texte nicht nur lesbarer, sondern auch ansprechender.

Wer seine Schreibfähigkeiten verbessern möchte, sollte immer die Wirkung seiner Wortwahl auf den Leser bedenken. Ein klarer, direkter Stil ist meist effektiver als ein bürokratischer und umständlicher. Partizip-Konstruktionen haben ihre Daseinsberechtigung, aber sie sollten nicht die Standardwahl sein.

Fazit

Zusammengefasst: Partizip-Konstruktionen können Texte unnötig kompliziert und schwerfällig machen, wenn sie übermäßig verwendet werden. Sie lassen sich oft durch klarere, direktere Formulierungen ersetzen, die den Leser weniger belasten und den Text eleganter machen. Sprachliebhaber sollten daher bewusst auf den Einsatz dieser Konstruktionen achten und ihren Stil verfeinern. Denn am Ende gilt: Weniger ist mehr – auch in der Sprache.

Über Kommas bei Partizipialgruppen habe ich übrigens hier geschrieben.

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