Logo textbauer rote Schrift und Stift

Weiße Schimmel, runde Kugeln und kaltes Eis: der Pleonasmus

07.06.24 | Schreibtipps

Ein Pleonasmus ist ein Stilmittel, das in der deutschen Sprache häufiger vorkommt, als man vielleicht vermuten würde. Jeder hat sicher schon von den bekanntesten Beispielen gehört: der „weiße Schimmel“, das „kalte Eis“ oder die „runde Kugel“.

Beim Pleonasmus handelt es sich um eine rhetorische Figur, bei der zwei oder mehr Begriffe kombiniert werden, die im Wesentlichen dasselbe ausdrücken. Das Ergebnis ist eine inhaltliche Redundanz, die oft überflüssig erscheint, aber ab und zu durchaus stilistische Zwecke erfüllt. Im Folgenden will ich das Phänomen des Pleonasmus näher beleuchten.

Ein Pleonasmus ist ein Stilmittel, das in der deutschen Sprache häufiger vorkommt, als man vielleicht vermuten würde. Jeder hat sicher schon von den bekanntesten Beispielen gehört: der „weiße Schimmel“, das „kalte Eis“ oder die „runde Kugel“.

Beim Pleonasmus handelt es sich um eine rhetorische Figur, bei der zwei oder mehr Begriffe kombiniert werden, die im Wesentlichen dasselbe ausdrücken. Das Ergebnis ist eine inhaltliche Redundanz, die oft überflüssig erscheint, aber ab und zu durchaus stilistische Zwecke erfüllt. Im Folgenden will ich das Phänomen des Pleonasmus näher beleuchten.

Definition und Beispiele für Pleonasmen

Der Begriff „Pleonasmus“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Überfluss“ oder „Überfülle“. In der Linguistik bezeichnet er die Kombination von Wörtern, bei denen eines der Wörter die Bedeutung des anderen semantisch überflüssig macht. Bei den oben genannten Beispielen „weißer Schimmel“, „runde Kugel“ oder „kaltes Eis“ werden Eigenschaften genannt, die im Hauptwort bereits impliziert sind.

Formen des Pleonasmus

Pleonasmen können in verschiedenen Formen auftreten:

  1. Adjektiv-Nomen-Kombinationen: Hierbei wird einem Nomen ein Adjektiv hinzugefügt, das eine ohnehin vorhandene Eigenschaft beschreibt. Beispiele sind „nasser Regen“ oder „alter Greis“.
  2. Verb-Objekt-Kombinationen: Auch Verben können pleonastisch verwendet werden. Beispiele sind hier „mit eigenen Augen sehen“ oder „in der Luft fliegen“.
  3. Redundante Phrasen: Manche Phrasen bestehen aus mehreren Wörtern, die eine überflüssige Wiederholung darstellen. Schöne Beispiele dafür sind „vorprogrammiert“ oder „endgültig abgeschlossen“.

Ursachen und Funktionen

Die Gründe für die Verwendung von Pleonasmen sind vielfältig. Oftmals werden sie aus Unachtsamkeit oder Gewohnheit verwendet, ohne dass der Autorin oder dem Sprecher die Redundanz bewusst ist. In anderen Fällen dienen sie jedoch bewusst stilistischen Zwecken:

  1. Verstärkung: Pleonasmen können die Aussagekraft eines Satzes verstärken. Ein Ausdruck wie „mit eigenen Augen gesehen“ betont stärker als „gesehen“, dass die handelnde Person die Sache persönlich erlebt hat.
  2. Klarheit und Verständlichkeit: Manchmal werden Pleonasmen eingesetzt, um sicherzustellen, dass die Botschaft klar und unmissverständlich ist. Gerade in der mündlichen Kommunikation kann dies hilfreich sein.
  3. Rhythmus und Ästhetik: In der Literatur und Dichtung können Pleonasmen dazu beitragen, den Rhythmus und die Ästhetik eines Textes zu verbessern. Sie können dazu dienen, eine bestimmte Stimmung zu erzeugen oder den Klang eines Satzes zu verbessern.

Kritische Betrachtung des Pleonasmus

Trotz ihrer stilistischen Funktionen gelten Pleonasmen in der formalen Schriftsprache oft als stilistische Fehler. Vor allem in wissenschaftlichen Texten und in der Fachkommunikation wird auf Präzision und Klarheit Wert gelegt, weshalb pleonastische Ausdrücke hier als unnötig und unprofessionell empfunden werden können.

Vermeidung und bewusster Einsatz

Wenn du in der Schriftsprache Pleonasmen vermeiden möchtest, solltest du dir deiner Wortwahl bewusst sein und redundante Ausdrücke eliminieren. Ein aufmerksames Lektorat hilft dabei, pleonastische Formulierungen zu erkennen und zu korrigieren.

Auf der anderen Seite kann der bewusste Einsatz von Pleonasmen stilistische Vorteile bieten. In der Literatur, in Reden oder in kreativen Texten können sie bewusst eingesetzt werden, um bestimmte Effekte zu erzielen. Hier zeigt sich die Flexibilität und Vielseitigkeit der Sprache, die es erlaubt, Regeln zu brechen, um neue Ausdrucksmöglichkeiten zu schaffen.

Fazit

Pleonasmen sind ein faszinierendes Phänomen der deutschen Sprache. Sie zeigen, wie reich und vielfältig unsere Ausdrucksmöglichkeiten sind, und laden dazu ein, die Sprache bewusster und kreativer zu nutzen. Ob als stilistisches Mittel oder als zu vermeidender Fehler – die Auseinandersetzung mit Pleonasmen erweitert unser Verständnis und unseren Gebrauch der Sprache.

Sie haben eine konkrete Frage – oder ein größeres Textprojekt?

Einzelne Zweifelsfälle lassen sich oft in wenigen Minuten klären.
Wenn es um mehr geht – Struktur, Stil, Stringenz oder eine gründliche Schlussredaktion –, begleite ich Sie auch bei umfangreicheren Texten.

In meiner Online-Sprechstunde besprechen wir Ihr Anliegen direkt und konkret.

Sie gelangen direkt zur Buchungsseite.

Alternativ: Schreiben Sie mir eine kurze Nachricht mit ein paar Angaben zu Ihrem Projekt.

Über den Autor

Ich bin Ulf Schumann, freiberuflicher Lektor und Schlussredakteur aus Berlin, und unterstütze Unternehmen, Stiftungen und Selbstständige dabei, Texte klar, verständlich und professionell zu veröffentlichen – online wie im Print.

Ich arbeite an Blogartikeln, Websites, Berichten und Publikationen, bei denen es nicht nur auf korrekte Rechtschreibung, sondern auf Struktur, Tonalität und Lesbarkeit ankommt. Mein Fokus: Texte, die ernst genommen werden und ihre Zielgruppe erreichen.

Zeichnungen von vielen Gegenständen und Comic-Sprechblasen, die für Übertreibungen stehen

Die Hyperbel als Stilmittel

Die Hyperbel als Stilmittel: Definition, Wirkung und Beispiele. Erfahre, wie bewusste Übertreibung Texte lebendiger macht.

Titelbild mit drei Beispielen für Ellipsen: Ende gut, alles gut, Keine Zeit und Je früher, desto besser

Kunst des Weglassens: Die Ellipse

Ellipse einfach erklärt: Bedeutung, Beispiele und Wirkung des stilistischen Mittels der Satzverkürzung in der deutschen Sprache.

Sprechblasen mit den Wörtern Seufz, Autsch, Zack, Wumms, Wow

Oha! – Interjektionen

Interjektionen wie Aua, Huch oder Wow bringen Gefühle auf den Punkt. Erfahre, wie diese kleinen Ausrufe Sprache lebendig machen.

Zwei Uhren mit verschiedenen Zeitangaben

Die vergessene Zeitform: Die Vorvergangenheit

Plusquamperfekt leicht verständlich: So bildest und benutzt du die Vorvergangenheit korrekt – mit Beispielen und Praxistipps.

Auf dem Bild stehen die Buzzwords Meilenstein, Verantwortung, Nachhaltigkeit, Ganzheitlich und Transparenz. Es ist eine Lupe zu sehen und das Logo textbauer.

Raus aus der Phrasenhölle!

Leere Phrasen schwächen deine Kommunikation. Hier sind 10 typische Floskeln – und klare Alternativen für überzeugende Texte.

Titelbild zum Entgendern nach Phettberg

Entgendern nach Phettberg

Gender-Stern oder Entgendern? Der Künstler Hermes Phettberg prägte 1992 eine eigene Lösung. Hier liest du, was dahintersteckt.

Ein Mann steht mit rätselndem Ausdruck vor verschiedenen Abkürzungen

Abkürzungen: eher vermeiden!

Zu viele Abkürzungen machen Texte schwer verständlich. Tipps, Regeln und Beispiele zeigen dir, wie du sie richtig einsetzt.

Nominalstil: Vermeiden, vereinfachen, verständlicher schreiben!

Nominalstil macht Texte schwer lesbar. Tipps und Beispiele zeigen dir, wie du Bürokraten-Deutsch ablegst und verständlich schreibst.

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bessere Texte direkt ins Postfach.

Erhalte regelmäßig Tipps zu Rechtschreibung, Stil und Sprache. Kompakt, verständlich und sofort anwendbar.

Du erhältst unmittelbar eine Bestätigungs-Mail, bitte kontrolliere auch dein Spam-Postfach.

Du hast dich erfolgreich eingetragen!