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Wie du Zahlen richtig schreibst

13.07.22 | Rechtschreibung

Natürlich ist es leichter, schnell eine 2 zu tippen, statt zwei auszuschreiben. Aber bei bestimmten Texten ist es wichtig, sich die Zeit zu nehmen, so bei der Belletristik. Bei Geschäftsberichten, die sich eh um Zahlen drehen, wird eine ausgeschriebene Zahl sicher nicht unangenehm auffallen. Und bei Werbetexten ist es im Gegenteil angebracht, Ziffern zu verwenden: 10 % Rabatt sieht der Leser eher als zehn Prozent Rabatt. Wichtig ist, wie so oft, dass du einheitlich verfährst. So gibt es die alte Faustregel, die Zahlen von eins bis zwölf auszuschreiben und ab der 13 als Ziffer. Allerdings ist diese „Regel“ nicht einmal eine Duden-Regel und stammt aus den schönen Zeiten des Buchdrucks. Trotzdem hat sie etwas für sich und ich verwende sie gerne. Der Duden empfiehlt, höhere Zahlen auszuschreiben, die lediglich zweisilbig sind – wie hundert oder zwanzig.

Hunderte oder hunderte?

Heißt es jetzt hunderte Bewerber oder Hunderte Bewerber? Sind es dutzende oder Dutzende Mails, die ich beantworten muss? Hier macht es der Duden dir einfach: Beides ist möglich. Wenn es jedoch genau hundert Bewerber sind, wird hundert kleingeschrieben. Aber aufgepasst: Bei zwei Dutzend Mails wird das Dutzend großgeschrieben, da es hier als Hauptwort fungiert. Noch ein Tipp: Bei sehr langen Zahlenreihen solltest du zur Übersichtlichkeit bei jeder 3. Ziffer von rechts ein Leerzeichen oder einen Punkt setzen: 12.340.235 oder 27 384 927.

Maß-, Währungs- und Prozentzahlen

Bei Maß-, Prozent- oder Währungszahlen wird in Kombination mit der jeweiligen Einheit eine Ziffer geschrieben. Also 9 €, 5 cm, 89 %. Übrigens immer mit einem Leerzeichen und nie getrennt über zwei Zeilen. Das erreichst du mit dem geschützten Leerzeichen. Wenn die Maßeinheit ausgeschrieben wird, kannst du wählen, ob du 9 Euro oder neun Euro schreiben willst. Ebenso bei den Beispielen mit Zentimetern oder Prozent. Die Zahlen werden aber immer kleingeschrieben! Großschreibung erfolgt nur, wenn die Zahl als Subjekt dient: Immer auf die Zwölf, alle Neune, die Zwei.

Datum und Uhrzeit

Beim Datum gibt es auch verschiedene Möglichkeiten: zum Beispiel nur mit Ziffern – 03.06.2022. Der Duden sieht hier vor, dass mit Punkten und einem schmalen Leerzeichen getrennt wird. Im normalen Textverarbeitungsprogramm solltest du auf das Leerzeichen verzichten. Die ersten Nullen kannst du aber weglassen: 3.6.2022. Möglich ist auch, den Monat auszuschreiben: 3. Juni 2022. Hier wird zwischen Tag, Monat und Jahr jeweils ein Leerzeichen gesetzt. Bei der Uhrzeit hast du nicht so viele Freiheiten: 09:45 Uhr. Hier muss zwischen Stunden- und Minutenangaben ein Doppelpunkt gesetzt werden. Und die erste 0 ist ebenfalls verpflichtend. Bei der Uhrzeit ohne Minutenangabe geht es auch ohne die Null: 6 Uhr.

Zahlen und Wörter kombiniert

Und wie sieht es bei Kombinationen aus Zahlen und Wörtern aus? Hier muss ein Bindestrich gesetzt werden: Das 25-jährige Jubiläum. Die 7-malige Aufführung. Natürlich ist das auch ausgeschrieben möglich: Das fünfundzwanzigjährige Jubiläum, die siebenmalige Aufführung (hier ohne Bindestriche). Bei Einladungen zum Beispiel lädt man eher zum 25-jährigen Jubiläum ein und bevorzugt die Ziffern, da diese Schreibweise optisch heraussticht.
Eine Ausnahme bildet das Anhängsel „fach“. Hier ist 7-fach ebenso wie 7fach erlaubt. Natürlich auch siebenfach. Übrigens: Der Witz, eine 1 statt des unbestimmten Artikels zu verwenden (Ich fahre 1 Auto) war nie komisch und wird es auch nie sein.

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Über den Autor

Ich bin Ulf Schumann, freiberuflicher Lektor und Schlussredakteur aus Berlin, und unterstütze Unternehmen, Stiftungen und Selbstständige dabei, Texte klar, verständlich und professionell zu veröffentlichen – online wie im Print.

Ich arbeite an Blogartikeln, Websites, Berichten und Publikationen, bei denen es nicht nur auf korrekte Rechtschreibung, sondern auf Struktur, Tonalität und Lesbarkeit ankommt. Mein Fokus: Texte, die ernst genommen werden und ihre Zielgruppe erreichen.

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